SPDqueer und Jusos informierten anlässlich des Weltaidstags

An einem Informationsstand vor der Europagalerie haben die SPDqueer Saar und die Jusos Saar am Montag, 2. Dezember, auf den Weltaidstag aufmerksam gemacht.

Ziel war es, „darauf hinzuweisen, dass Aids noch nicht besiegt ist, auch wenn in den vergangenen Jahren Erfolge verzeichnet wurden“. Vor allem wollten die Organisator*innen auf die weiterhin bestehende Stigmatisierung von HIV-Positiven aufmerksam machen. Beide Organisationen setzen sich für die Abschaffung bestehender Diskriminierungen ein. „Noch immer werden Männer, die Sex mit Männern haben, und Menschen, die mit diesen Männern Sex haben, bei Blutspenden pauschal als Risikogruppe eingeordnet“, heißt es in einer Stellungnahme. Sie würden nach der 2017 in Kraft getretenen aktualisierten Hämotherapierichtlinie erst nach 12-monatiger Abstinenz zur Spende zugelassen. „Die Regelung beruht nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern weiterhin auf Diskriminierung. Hier muss es zu einer Angleichung der bestehenden Richtlinien für alle kommen“, argumentieren SPDqueer und Jusos.

Außerdem müssten weiterhin durch Aufklärung Vorurteile bezüglich der Verbreitung von HIV abgebaut werden: „Immer noch weiß ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung nicht, dass eine erfolgreiche Therapie vor Ansteckung schützt und grenzt darum HIV-Positive aus. Auch erfolgreiche medizinische Möglichkeiten der Prophylaxe, wie die PrEP (Präexpositionsprophylaxe) und ihre Bezahlung durch die Krankenkassen sind vielen noch nicht bekannt.“

Wenn durch Homophobie in der Gesellschaft und aufgrund der Vorurteile über HIV/AIDS Menschen davon abgehalten würden, sich testen zu lassen, dann erhöhe dies die Gefahr, dass Betroffene ihren Status nicht kennen. Vincenzo Truglio, Landesvorsitzender von SPDQueer, erklärt: „Der Weltaidstag am 1. Dezember erinnert uns daran, dass wir zwar in der rechtlichen Gleichstellung weitergekommen sind, aber gerade beim Thema Aids erhebliche Stigmatisierungen und Diskriminierungen bestehen, die Menschen ausgrenzen. Damit muss Schluss sein.“


Für unser Saarland: Anke Rehlinger.