Rehlinger und Commerçon sehen Handlungsbedarf bei Elternbeiträgen

Die stellvertretende Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der SPD Saar, Anke Rehlinger, und SPD-Programmchef Ulrich Commerçon sehen sich angesichts der heute vorgestellten Ergebnisse einer Elternumfrage von Infratest dimap in ihrer Forderung zur schrittweisen Abschaffung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung bestätigt.

„Eltern im Saarland sehen im Vergleich zu Eltern in anderen Bundesländern den höchsten Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nirgendwo sonst in Deutschland empfinden so viele Eltern den Kita-Beitrag als zu hoch. Und nirgendwo sonst fühlen sich so viele Eltern durch die finanzielle Last der Beiträge in ihrer Lebensqualität eingeschränkt wie im Saarland“, so Anke Rehlinger. „Die Antwort darauf kann nur die schrittweise Abschaffung der Elternbeiträge sein.“ Mit Blick auf das Nachbarland Rheinland-Pfalz, das die Befreiung von den Beiträgen bereits umsetzt, sagt Rehlinger: „Es ist nicht einzusehen, dass dem Staat ein Kind in Zweibrücken mehr wert ist als ein gleichaltriges Kind in Homburg“. Die Beitragsfreiheit sei außerdem zunehmend ein wichtiger wirtschaftlicher Standortfaktor. „Eine Insellage können wir uns hier nicht leisten.“

Hinsichtlich der von den Eltern gewünschten bundeseinheitlichen Qualitätsstandards betont Ulrich Commerçon grundsätzlich seine Gesprächsbereitschaft, warnt aber vor einer Absenkung von Qualitätsstandards: „Aufgrund der bundesweit sehr unterschiedlich ausgeprägten Standards besteht die Gefahr, dass sich bundeseinheitliche Qualitätsziele eher am unteren Ende der Skala ausrichten und länderspezifische Aspekte nicht mehr ausreichend Berücksichtigung finden.“ Commerçon verweist auf den Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung, der dem Saarland insgesamt gute Rahmenbedingungen für die Kinder und für die pädagogischen Fachkräfte bescheinigt. „Professionelle Kita-Leitungen, eine geringe Anzahl befristet Beschäftigter, eine hohe Quote bei der Vollzeitbeschäftigung und längere Betreuungszeiten tragen zu einer besseren Qualität in den saarländischen Kitas bei. Dies dürfen wir nicht zugunsten bundeseinheitlicher Standards opfern.“

Der Forderung nach höheren Elternbeiträgen zur Finanzierung einer besseren Qualität erteilt Commerçon eine Absage: „Die von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Situation bei Standards und Beiträgen zeigt, dass die Qualität eben nicht von der Höhe der Beiträge abhängt. Gute Kita-Qualität ist auch ohne Elternbeiträge möglich.“

Insgesamt wurden von Infratest dimap im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung deutschlandweit 4.437 Eltern von Kita-Kindern im Alter bis einschließlich 7 Jahre befragt.

 

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