Heiko Maas: Es ist kein Widerspruch, Saarländer, Deutscher und Europäer zu sein

Zum Festakt 100 Jahre Saarland hebt der deutsche Außenminister Heiko Maas die Saarländer als Wegbereiter der europäischen Einigung hervor. Wie der Saarländer in seinem vorab veröffentlichten Redemanuskript anlässlich der Jubiläumsveranstaltung Saarhundert schreibt, haben die Menschen hier „von Kindesbeinen an gespürt, was für ein Segen die Europäische Einigung ist“. Das Saarland sei dafür ein Experimentierfeld gewesen.

„Heute genießen wir grenzenlose Reisefreiheit im Drei-Länder-Eck, den größten grenzüberschreitenden Arbeits- Und Ausbildungsmarkt innerhalb der EU, europäische Freundschaften mit französischen und luxemburgischen Nachbarn – und sogar den Pfälzern.“

Das Saarland profitiere ganz direkt von der Europäischen Union, führt der SPD-Politiker aus. So seien allein im Vorjahr 143 Millionen Euro der EU ins kleinste Bundesland geflossen. Dies komme der Forschung, technologischen Entwicklung und Innovation zugute. Aber auch die Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Unternehmen soll damit gesteigert werden. Energieeffizienz sowie nachhaltige Dorf- und Stadtentwicklung seien weitere Schwerpunkte, die mit dem Geld gefördert werden sollen. Denn kaum eine andere Region sei vom Strukturwandel dermaßen betroffen wie das Saarland. Aber: „Wie in kaum einer anderen Region sind die Menschen bereit, sich Herausforderungen zu stellen und gemeinsam anzupacken“, schreibt Maas. Das gelinge indes nur „in einem offenen uns sozialen Europa“.

Maas nennt das Saarland den „wohl friedlichsten und freiesten Fleck Erde“. Hier ist der Außenminister am Freitag, 10. Januar 2020, während des Festaktes in der Saarbrücker Congresshalle zu Gast. An diesem Tag jährt sich zum 100. Mal das Inkrafttreten des Versailler Vertrages, der als Geburtsstunde des Saarlands gilt.  Dieser damals begründete Sonderstatus unter dem Dach des Völkerbundes, Vorläufer der der heutigen UN, habe den Menschen an der Saar erst eine gemeinsame Identität beschert. So bestimme das menschliche Miteinander das Leben. Und räumlich betrachtet, schaffen kurze Distanzen Nähe. Das gelte ebenso für den Kontakt zu Politikern und zu Behörden. (Foto: olliknipst)


Für unser Saarland: Anke Rehlinger.